Freunde und Helfer

…ich weiß schon, warum ich nie “Bullen” oder so sage, sondern grundsätzlich freundliche Namen für unsere Freunde und Helfer verwende. Allein schon, weil ich den Job beim besten Willen nicht machen möchte.

Heute Nacht war es wieder mal soweit. Ein Begegnung der freundlichsten Art mit unseren Ordnungshütern.

Ich hab grad eine Fahrt am örtlichen Karaoke-Irish-Pub aufgenommen und fahre auf den “Inneren Ring”. Es war kurz vor Zwei, mein Fahrgast musste nach links, erlaubt war nur das Abbiegen nach rechts… Also biege ich (nachdem ich mich sehr gewissenhaft davon überzeugt habe, daß kein einziges Fahrzeug rechts oder links von mir in Sichtweite war) links ab und halte an der nächsten Ampel.

Hmpf, der Blick in den Rückspiegel verheißt nichts Gutes. Silber-Blau mit Rundumleuchte auf dem Dach, ein uniformiertes Pärchen auf den Vordersitzen. Shit!

Die Ampel wurde Grün, das Dachschild des Streifenwagens wurde rot… Also rechts ran, Taxameter gestoppt (ja, bei Polizeikontrollen ist das Pflicht!) und ausgestiegen:

“Ihren Führerschein bitte!”.

“Herr Bentrup! Über die durchgezogene Linie in die falsche Richtung abgebogen! Und das auch noch mit nem Polizeiwagen hinter Ihnen! Das ist schon dreist!”

“Ähem, jaaaa. Das war auch so nicht geplant…”

“Nicht geplant? Das war doch mit voller Absicht!”

“Ich meinte den Teil mit dem Streifenwagen… Tut mir leid, hab ich wirklich nicht gesehen!”

“Hmm, das kostet normalerweise 30 Euro! In Anbetracht des starken Verkehrsaufkommens lasse ich Sie mit einer mündlichen Verwarnung davon kommen. Wehe, ich seh sowas nochmal! Gute Fahrt noch.”

Die Polizistin musste sich dabei ein Grinsen verkneifen, ich verkniff mir ein “Sicher nicht, in Zukunft schau ich immer in den Rückspiegel!”

Also wieder mal: Danke! Die Paderborner Polizei ist wirklich hervorragend. Großes Lob für die gute “Zusammenarbeit” in der Nachtschicht!

9 Antworten zu “Freunde und Helfer”

  1. André sagt:

    Wieso hab ich nicht auch mal so Glück?! Ich als absoluter Nicht-Trinker bin immer der Erste, der blasen muss. *grml*

  2. hugo sagt:

    Ging mir mal so ähnlich, nur das meine Polizisten nicht so freundlich waren: Nachts links abgebogen, wo es nicht erlaubt war (Mittelspur mit Straßenbahnschienen), einziger Wagen in Sicht ca. 500 m entfernt. Der hatte dummerweise so blaue Hütchen auf dem Dach, hielt mich an und forderte 20 DM. Als ich gerade meine Papiere verstaue, kommt ein Passant auf mich zu und fragt mich, ob ich ihn nach ausserhalb fahren kann. Kurz bevor ich ihn absetze, fällt mir schon eine hektische Person auf, die mich bei der Rückfahrt stoppt und sich in die Innenstadt fahren lässt, nur wenige Meter von meinem “Startort” entfernt. Fazit: über 1h besetzt gefahren, trotz Strafe hervoragenden Stundenlohn, und mein Chef fand die Story so gut, daß er aus Sportsgeist noch die Hälfte der Buße übernahm :-)

  3. Torsten sagt:

    @André: Ist doch cool. Wenn ich nichts zu befürchten habe (und ich habe grundsätzlich in Sachen Fahrtüchtigkeit nichts zu befürchten, wenn ich am Steuer bin) ist das doch halb so schlimm. Vermeiden kann man sowas eh nur, wenn man a) nur zwischen 7 und 22 Uhr unterwegs ist und b) nen unauffälliges Auto fährt.

    Ein dunkler Skoda Octavia ist z.B. nie verdächtig, ich spreche aus Erfahrung. Früher mit meinen alten Autos hat es immer eine Woche gedauert, bis mich alle Streifenwagenbesatzungen kannten. Bis dahin durfte ich aber 2-3mal erklären: “Taxifahrer auf Heimfahrt!”

    @Hugo: Das ist einer der Punkte, die ich beim Taxifahren so genial finde. Du ärgerst Dich, weil Du einen schlechten Stand aufgeben musst für eine kurze Zentralfahrt und dann kommen die Hammerfahrten nur noch so angeflogen. Mit sowas hab ich auch oft Glück! Oder anders gesagt: In dem Job werden die Karten alle paar Sekunden neu gemischt. Da meldet sich der Kollege, der grad eine absolute Kaschemme angefahren hat mit ner Fahrt über 50km ab und später erfährst Du, daß er nach 20km festgestellt hat, daß der Fahrgast leider nicht vorhat zu zahlen… Die Zeit, die er bei der Polizei für die Anzeige “vertrödelt” hat, konnte ich für 5-10 “Kurzfahrten” mit gutem Trinkgeld nutzen. Irgendwie kommt es fast immer anders als geplant!

  4. Erik sagt:

    Ich werde auch nie angehalten, aber ich bin auch nur Fußgänger. (Und gehe aber ständig bei Rot!)

  5. Torsten sagt:

    @Erik: Wowereit!

  6. Joaquin Enriquez Beltran sagt:

    Habe zum Großteil bisher auch weitesgehend nur positive Erfahrungen gemacht mit der Polizei.
    Privat habe ich auch einige gut kennengelernt und wie bei allen Berufen, muß man halt sagen, dass man auch hier vereinzelt Arsc*#?$#.. antrifft, aber im Großem und Ganzen habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht.

    Aber es liegt ja oftmals auch daran wie man diesen Beamten begegnet und was man halt verbrochen hat ;-)

  7. Flocke sagt:

    Bei der Polizei: ”Wo waren Sie in der fraglichen Nacht zwischen 23 und 3 Uhr?”
    ”Zu Hause, im Bett!”
    ”Zeugen?”
    ”Ich hab’s zumindest versucht!”

    Grüsse aus der Hauptstadt schickt
    Flocke

  8. Legatus sagt:

    Es gibt sone und solche bei der Polizei…schon viele nette kennengelernt, aber auch wirklich unhöfliche und genervte Cops. Sag ich einfach mal Glück gehabt…

    Lega

  9. Chris sagt:

    Schade, das ich mit meinem Serendipity-Blog keinen Trackback hier auf Dein Blog legen kann. Irgendwie gibt WordPress wohl zu wenig Informationen Preis. :(

    Aber den Schreck beim erblicken des Streifenwagens kann ich mir sehr gut vorstellen. Glücklicherweise ist mir sowas noch nicht passiert. Also das mit dem Streifenwagen, das mit dem Abbiegen schon ;) Aber die Polizisten bei euch scheinen ja auch Spaß zu verstehen. Glücklicherweise die Polizei in Hamburg auch oft genug.

    Den beinahe-Unfall von heute mit einem Deiner hamburgischen Kollegen nehme ich diesem sehr übel. *grrrr*

Kommentar schreiben