Kollegen-Bashing
Ich hab ja eine Weile nachgedacht… Aber eigentlich kann ich Euch die Geschehnisse am Schützenfest-Taxistand vor ein paar Wochen nicht vorenthalten.
Da spielt sicher die Schadenfreude eine ganz große Rolle…
Gäbe es unter uns Fahrern in Paderborn eine Wahl zum unsympathischtesten, übelsten Kollegen, X. wäre mit Riesenabstand auf Platz 1 gewesen. Gewesen deshalb, weil er zumindest zur Zeit kein Taxi fahren darf…
Der Anlass war eigentlich noch einigermaßen harmlos. Wäre es nicht X. gewesen, der mal wieder hinten am Stand Fahrgäste einlud, wäre wohl gar nichts passiert. Aber es war ja X. und X. ist eben unwiderlegbar ein Arschloch.
Folgerichtig bekam er dann auch ein paar eher unschöne Kommentare zu hören. Und sowas darf man ja mit X. nicht machen, da wird er ganz, ganz böse. So böse, daß der schimpfende Kollege anschließend ein blutiges Gesicht hatte… Allerdings muß ich dem verletzten Kollegen auch eine gewisse Mitschuld geben. Er hätte sich ja nicht runterbeugen müssen und so hoch kann X. eigentlich nur mit Leiter schlagen.
Die herbeigerufene Polizei kennt X. natürlich auch, nimmt die Anzeige bzgl. Körperverletzung gegen ihn auf und möchte bei der Gelegenheit auch gleich mal die Papiere sehen.
Upsi, der Taxischein ist ja schon ein Weilchen abgelaufen, gerüchteweise schon seit vielen Monaten. Und ebenso gerüchteweise nicht aus einfacher Schusselligkeit, sondern weil eine der obligatorischen Gesundheitsprüfungen nicht geschafft wurde. Nun, der Trend geht zur Zweitanzeige, für X. und blöderweise auch für seinen Chef: 2 x fette Geldstrafe und Punkte. Das schmerzt.
Und da sich sicher sehr viele Fahrer daran erinnern werden, daß er auch in der betreffenden Zeit viele, viele Fahrgäste befördert hat, bestehen mal gute Chancen auf ein langfristiges Taxi-Verbot. Allerdings hat er sich wohl schon mehrfach wieder hinters Steuer geklagt. Lassen wir uns also überraschen.
Ich hoffe ja, daß er jetzt wirklich alle Unternehmer in Paderborn durch hat, dann wird er wenigstens hier nicht mehr auf die armen Fahrgäste losgelassen…
Allerdings entgehen uns dadurch auch ein paar Stilblüten. Selbst am Funk miterlebt, wir hatten damals eine seeehr kurze gemeinsame Zeit in einem heute nicht mehr existierendem Unternehmen. Damals war es üblich, bei der Anfahrt auf einen Taxistand durchzufunken, wieviele Fahrzeuge dort schon auf Kunden warten. Eine kleine Entscheidungshilfe für die Kollegen.
Eines Nachts kam er also zum Westerntor und funkte sehr langsam, sehr bedächtig:
“Wagen x am WT, hier sind eins… zwei… drei… ganz viele Autos!”
Würde es meinen damaligen Dienstwagen noch geben, meine Gebissabdrücke im Lenkrad wären sicher noch zu sehen!
Und zur Versöhnung noch ein Video, in dem Comedian-Kollegen gedisst werden! Serdar Somuncu heute mal voll Aggro:
24. August 2007 um 07:19 Taximan224(Quote)
zu jeder abteilung die du beschrieben hast incl. video —–> voll geil und richtig so
24. August 2007 um 08:17 prey(Quote)
Wer so eine Nummer abzieht hat es nicht anders verdient. Aber wie ich unser Rechtssystem kenne, sitzt Kollege X in ein paar Wochen wieder am Steuer, befördert fröhlich Personen von A nach B und haut gelegentlich mal ein paar anderen Fahrern auf die Fresse.
Wie kann es eigentlich sein, dass sich so jemand durch die verschiedenen Unternehmen mogeln kann? Müsst ihr kein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen? Oder mangelt es so sehr an Taxifahrern, dass jeder dahergelaufenen Juppi mit einem Taxischein genommen wird?
Gruß
Robert
24. August 2007 um 08:18 Uwe(Quote)
Klar ist es nicht so schön, wenn man vorne schon lange steht und die Fahrgäste hinten einsteigen. Hat x die denn direkt angesprochen/eingeladen oder wollten die tatsächlich mit ihm fahren? Dann wäre er ja zumindest daran schuldlos.
Diskussionen mit Gewalt und fahren ohne Fahrerlaubnis gehen natürlich gar nicht.
Vielleicht sollte man sich als Fahrgast vom Fahrer erstmal Führerschein und Personenbeförderungsschein zeigen lassen, bevor man einsteigt wenn sowas nur durch Dummheit und Zufall auffliegt…..
24. August 2007 um 08:33 Gumble(Quote)
Zumindest konnte er bis drei zählen!
24. August 2007 um 08:35 Torsten Bentrup(Quote)
@prey: Ich bin auch gespannt, ob ich X nochmal am Steuer eines Taxis sehe. Aber den ersten Monat hat er schonmal “überstanden”, ohne das er fahren durfte.
Durchmogeln eigentlich nicht, aber bestimmte Unternehmen haben es tatsächlich deutlich schwerer, (gute) Fahrer zu finden. Da geht es dann erstmal nur darum, die Autos draußen zu haben. Wer den Lappen hat, darf es ausprobieren. X. allerdings sollte wirklich jedem Unternehmer bekannt sein. Vermutlich hat er aber ziemlich gute Umsätze erzielt (was ja auch gerne mal auf dem Rücken anderer Kollegen passiert).
Für die Erteilung eines Taxischeins ist alle fünf Jahre ein polizeiliches Führungszeugnis nötig. Wer den P-Schein hat, hat offensichtlich keine einschlägigen Eintragungen (d.h. konnte sich gegebenenfalls bei Gericht gut rausmogeln). Die Pflicht des Unternehmens (und deswegen bekommt der Chef eben auch Geldstrafe und Punkte) liegt in der Kontrolle, d.h. am Fristablauf muß überprüft werden, ob eine Verlängerung erteilt wurde.
@Uwe: Es ist in den letzten 14 Jahren das erste Mal, daß ich von jemand ohne gültigen Papieren gehört habe. Generelles Mißtrauen ist da eher überflüssig.
24. August 2007 um 09:48 Lukas(Quote)
“Gäbe es unter uns Fahrern in Paderborn eine Wahl zum unsympathischtesten, übelsten Kollegen, X. wäre mit Riesenabstand auf Platz 1 gewesen. Gewesen deshalb, weil er zumindest zur Zeit kein Taxi fahren darf…”
Wer wäre auf Platz 1. gewesen? Haste nicht vielleicht ein wörtchen vergessen? Hört sich irgendwie abhackt an der Satz.
24. August 2007 um 11:45 Oette(Quote)
@Lukas
Na der “X Punkt” natürlich…
Poldi, bist du’s ???
24. August 2007 um 11:48 AlexK(Quote)
“Gäbe es unter uns Fahrern in Paderborn eine Wahl zum unsympathischtesten, übelsten Kollegen, X. wäre (oder auch: dann wäre Kollege mit dem Namen X.) mit Riesenabstand auf Platz 1 gewesen. Gewesen deshalb, weil er zumindest zur Zeit kein Taxi fahren darf…”
24. August 2007 um
[...] ist zum einen die Geschichte des Taxikollegen der nun wohl hoffentlich eine Weile keinen Tourenklau mehr [...]
24. August 2007 um 14:43 Lars(Quote)
Hallo Torsten,
“Und ebenso gerüchteweise nicht aus einfacher Schusselligkeit, sondern weil eine der obligatorischen Gesundheitsprüfungen nicht geschafft wurde.”
Könntest du bei Gelegenheit evtl. mal erläutern, was das für Gesundheitsprüfungen sind?
24. August 2007 um 15:55 Andi(Quote)
@Lars
Ganz normale gesundheitliche Untersuchungen, wie sie woanders auch üblich sind. Ein Arzt checkt Dich durch, ähnlich wie bei der menschlichen “Hauptuntersuchung”, die man ab und an ja vielleicht auch mal macht als Privatmensch. Lunge abhören, Kreislauf, Blutabnahme etc. Dazu kommt dann noch der Sehtest. Sehschärfe, eventuelle Farbblindheit usw. Nichts außergewöhnliches also wie Zentrifuge, Idiotentest, Verkehrsregeln. Wobei das Letztere manchmal nicht unangebracht wäre. Aber das zählt dann ja nicht nur für Taxler.
24. August 2007 um 19:40 Don Pepone(Quote)
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, allerdings bin ich mir beim Universum nicht ganz sicher…
Albert Einstein
25. August 2007 um 09:37 Torsten Bentrup(Quote)
@Lars & Andi: Bei Neuerstellung des Scheins und bei Personen über 50 Jahre sind drei medizinische Gutachten vorgeschrieben:
Arbeitsmedizinisch, Sehtest und eine Art Psychologische Begutachtung. Arbeitsmedizinisch ist klar, hat Andi auch schon gut beschrieben. Der Sehtest ist für mich immer die schlimmste Hürde.
Unser “All-in-One”-Mediziner traut sich bei meiner Sehschwäche (Kurzsichtig mit hoher einstelliger Dioptrie) nicht mehr, den Schein auszustellen, d.h. ich muß immer zum Augenarzt und ein Einzelgutachten erstellen lassen.
Im vorliegenden Fall hats wohl an der Psycho-Prüfung gehapert. Dort wird u.a. Stress simuliert oder die Reaktionsfähigkeit getestet.
25. August 2007 um 10:44 PaB(Quote)
@Torsten
“und bei Personen über 50 Jahre [...] eine Art Psychologische Begutachtung”
Da bist Du wohl noch ein Stück weit entfernt, während ich die “50″ schon ein paar Jahre hinter mir habe; deshalb kann ich Dir zuverlässig sagen:
Dieser zusätzliche Check ist bei Taxifahrern erst ab 60 durchzuführen.
25. August 2007 um 11:06 Torsten Bentrup(Quote)
Ups, dann ist X. ja älter, als ich dachte… Sorry für die Fehlinfo und danke für die Korrektur!
25. August 2007 um 11:32 PaB(Quote)
Noch eine Anmerkung zu Deiner Sehschwäche: schon mal nach `ner Alternative umgesehen?
Bei uns hier besteht eine extreme Spannbreite, was die Intensität der Untersuchungen angeht:
Beispiel Gesundheitsamt (80er Jahre): extrem gründliche bis übertriebene Untersuchung (malte mir beispielsweise mit der Spitze einer Schere Ziffern auf den Unterschenkel und ich musste die Zahlen dann erraten – sie nannte das “psychomotorischer Sensibilitätstest”.
)
Sehr zeitaufwendig – aufgrund der langen Wartezeiten zwischen den einzelnen Untersuchungen. 40 Minuten Wartezeit für 3 Minuten Hörtest usw.
Gegenbeispiel: Ca. 3 Minuten Aufenthalt beim Doc.
“Sind Sie fit?” – “Wie `n Turnschuh.”
“Sie sind ja Brillenträger- was ist das für eine Zahl?” und deutete auf einen dieser riesigen Kalender, die 3 Monate anzeigen und ungefähr 2 Meter von mir entfernt an der Wand hing. – “17.”
“Gut. Haben Sie das Geld dabei?” Ich gab ihm die 100,– DM.
Das war`s dann.
War ein Geheimtipp unter Taxifahrern, seinerzeit – leider praktiziert er nicht mehr. Haben ihm die Zulassung entzogen…..
25. August 2007 um 11:45 An(Quote)
@ Paß
Der zuletzt beschriebene Doc scheinbar doch. Nur nicht mehr bei Euch, sondern bei uns an der Küste
25. August 2007 um 12:13 Blubb^(Quote)
Ja ich kann nur sagen das ich diesen ” Menschen ” auch kenne und hoffe inständig das er auf keinen Fall irgendwann wieder Taxi fahren darf. Aber wennn ich das richtig verstanden habe wird er wohl nicht mehr auf die Straße dürfen da er schon eine riesen Vorgeschichte hat.Aber mich würde noch interessieren wer die Plätze 2 und 3 in der Unbeliebtheitsskala belegt.
25. August 2007 um 14:29 butscher(Quote)
zu X.so einen gibt es bei uns natuerlich auch.gerne laesst er fahrgaeste die nur kurz durch die altstadt wollen vor seinem verschlossenen taxi warten und troedelt solange rum,bis andere fahrgaeste kommen die er vorziehen kann.oder er schickt sie gleich nach hinten.spricht man ihn darauf an,rastet er aus.einem kollegen der sich in sein auto verzog und die knoepfe runterdrueckte,spuckte er wutentbrannt das auto voll.
27. August 2007 um 10:20 Arancia(Quote)
Taxi Fahrer können sich alles erlauben, da sie wissen sie kommen damit durch. Habe es selber erfahren müssen….
Es gibt natürlich auch super liebe Taxifahrer in Paderborn aber wenn Du mal einen gehabt hast der sich so verhält überlege ich mir ob ich um den Ärger zu vermeiden nicht gleich zu Fuss gehe ….. oder ein anderes Taxiunternehme wähle und auf gut Glück hoffe
28. August 2007 um 08:21 PaB(Quote)
@Arancia
Du hast Recht, Taxifahrer können sich wirklich (fast) alles erlauben, bevor die zuständige Aufsichtsbehörde einschreitet und ihnen den P-Schein entzieht.
Das liegt zum Teil sicher daran, dass hier Typen gestrandet sind, die nirgendwo sonst einen Job finden, Leute die im Grunde völlig ungeeignet für die Dienstleistungsbranche sind.
Wenn man an einen derartigen Taxifahrer gerät, überlagert das natürlich die hoffentlich positiven Erfahrungen mit der Mehrheit der Kollegen.
Du hast ja schon eine Alternative für Dich gefunden, nämlich ein anderes Taxiunternehmen zu beauftragen.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Du Dir von einigen Fahrern, die ihren Auftrag korrekt umsetzen, deren Kärtchen geben lässt und fortan diese Kollegen anrufst.
Dann solltest Du zukünftig vor unangenehmen Erfahrungen sicher sein.
30. November 2009 um 18:52 Tobias Claren(Quote)
Ist sehr unterhaltsam sich die Reaktionen der Taxifahrer in einem Bericht über Fahrer die KUnden im Flughafengebäude abfangen.
Das einzige was mich daran gestört hat war, dass die scheinbar keine Steuern zahlen.
Ansonsten: Muharharhar
Gewerbeinterne “Regeln” verachte ich generell.
Ich fahre ja grundsätzlich kein Taxi, aber wenn, dann würde ich in einer Schlange ganz hinten einsteigen. Auch wenn ich dafür am ersten vorbei zum letzten gehen müsste.
Ich war zuletzt noch gegen 22, 23 Uhr in Erftstadt-Liblar mit Gepäck vom Bahnhof ins Zentrum zu Fuß unterwegs, um zu sehen ob da noch ein Bus fährt.
Es fuhr keiner mehr, aber dafür lungerte da ein Taxi wohl im Kreis fahrend um die Haltestellen herum und hielt an der Haltestelle. Ich habe nicht nicht mal zu dem ungedreht, und bin die (ab Bahnhof ca. 7Km, ab Zentrum evtl. 5Km) bis nach Lechenich zu Fuß gegangen.
Bei dem hier geschilderte Mister X kann ich Abneigung aber sehr verstehen.
Wäre interessant den mal mit versteckter Kamera zu treffen. Paderporn ist mir aber zu weit weg, und er ist zur Zeit ja wohl nicht in Aktion.