Autsch!
Verdammt. Da wirft der Starkiller ein Stöckchen und trifft direkt auf eine Ansammlung freiliegender Nerven… Warum ich da grad sehr sensibilisiert bin? Schreib ich im nächsten Beitrag!
Hier also erstmal meine Antworten zur Vorratsdatenspeicherung:
Wo befinden sich auf Dich angemeldete Telefone bei Benutzung (SMS und Telefonate per Handy, Festnetz, VoIP)?
Festnetz nur zuhause, unterwegs wird dafür viel mobil telefoniert. SMS schicke ich vielleicht 10 im Monat.
Wann stehst Du in der früh auf und wann gehst Du ins Bett (bzw um welche Uhrzeit findet der erste/letzte Netzkontakt des Tages statt?)
Der Rechner läuft rund um die Uhr und ist auch (wenn Arcor mitspielt) dauerhaft online…
Mit wie vielen Handys, in denen eine auf dich angemeldete SIM-Karte steckt, wurde innerhalb der letzten sechs Monate telefoniert?
Örks, hab grade gewechselt und die alten Karten behalten. Zur Zeit dürften 3-4 Karten zu mir zurückverfolgbar sein.
Von wie vielen Orten aus wurde in den letzten sechs Monaten auf ein auf deinen Namen angemeldetes Email-Konto zugegriffen?
Nur lokal von hier.
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Was soll das Ganze? Man sollte sich einfach mal einen Überblick darüber machen, welche persönlichen Daten und Gesprächsinhalte zukünftig gespeichert werden sollen. Staatlicher Zugriff jederzeit garantiert.
Mir wird schlecht, wenn ich die aktuellen Machtphantasien unseres Bundes-Innenministers lese. Es ist keine Utopie mehr: Was ich heute vertraulich auf elektronischem Wege mitteile, kann mir durchaus in ein paar Tagen, Wochen, Monaten oder (wenn wir “Glück” haben…) Jahren zum Verhängnis werden. Ich kann dann wahrscheinlich nicht mehr begründen, warum ich mich irgendwann im Scherz positiv zu Attentaten auf bestimmte Politiker geäußert haben (hab ich natürlich nicht, nur mal so als Beispiel). Und ich weiß nicht, was über mich gespeichert wird oder ob und wenn ja, wann meine Gespräche/Mails/Daten gelöscht werden.
Die Geschichte hat eines gezeigt: Was der Staatskraken erst mal in den Fingern hat, wird früher oder später genutzt. Gäbe es die Stasi noch, sie würde sich verwundert die Augen reiben. Die heutigen technischen Möglichkeiten zur Überwachung hätten die damals gerne gehabt… Und die Rechtslage passen wir grade sehr dynamisch an die Zustände vor 1989 im Osten der Republik an.
Apropos Stöckchen: Ich reich das mal an ker0zene weiter. Der hat sicher noch ein bischen zum Thema zu sagen. Wer auch mitmachen will, sagt einfach Bescheid.
PS: Mir fehlt grad die Zeit, noch ein paar Links zusammenzustellen. Wenn also jemand noch interessante Texte oder Aktionen zum Thema Vorratsdatenspeicherung kennt, ab in die Kommentare damit!
Die besten Links hole ich mal hier hoch:
8. Mai 2007 um 06:54 softanarcho(Quote)
Ich glaube, vielen Menschen ist das völlig wurscht. Ein Beispiel:
http://www.softanarcho.de/index.php?itemid=50
Mir ist es langsam auch wurscht- ich rechne eh jeden Tag damit, dass die GSG 9 durch mein Fenster springt… (von außen)
8. Mai 2007 um 06:59 michiausp(Quote)
@softanarcho: …und mir wird schlecht bei dem Gedanken, daß Schäuble hier den BND und andere staatliche Organisationen in ein neues MfS umbauen will.
http://www.vorratsdatenspeicherung.de/
8. Mai 2007 um 09:48 Thomas(Quote)
Das schöne daran ist, das damit keine – aber auch wirklich gar kein – Terrorist aufgespürt wird. Mittlerweile dürften diejenigen, die irgendetwas planen (Terroristen, organisiertes Verbrechen) doch schon lange wieder zu guten alten Kommunikationsmethoden wie Kassibern und toten Briefkästen zurückgekommen sein.
Aber macht ja nix, Kann man sich ja immer noch mit anhören wie Ließchen Müller sich von Otto Maier Tips holt, wie sie Steuern sparen kann.
Wenn das kein Fortschritt in der (Steuer-)Fahndung ist…
8. Mai 2007 um 10:11 SoGod(Quote)
http://www.dataloo.de/stasi-20-525.html
Mehr gibt’s da nicht zu sagen…
8. Mai 2007 um 11:36 Marcel(Quote)
Leidet Schäuble an posttraumatischen Stress? Ein interessanter Artikel auf Heise:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25046/1....
8. Mai 2007 um 14:09 Callinator(Quote)
der artikel über schäuble ist ja mal endgeil… der gehört weg vom fenster!
8. Mai 2007 um 17:56 Ly(Quote)
link zu einer Plakette fürs Netz:
http://www.dataloo.de/wp-content/uploads/www....
Artikel dazu: http://www.wockenfoth.de/wordpress/?p=64
passt doch wie die Faust aufs Auge zu deinem Vergleich
8. Mai 2007 um 18:01 Ly(Quote)
oh, ups, da wars schon mal in etwa gepostet….
bei meinem zweiten link ist die Plakette etwas abgeändert. Blogger gegen Stasi 2.0 .
ich kenne einige Leute, die sagen zu dem Thema, das mich immer wieder aufregt: Nuja, ich lass mir ja nix zu schulden kommen.
8. Mai 2007 um 18:40 Ly(Quote)
nun gut, 3 mal ein comment von mir, aber egal
wie schnell man sich irgendwann dann was zuschulden kommen lassen kann erzählt diese kleine satire hier, genau zum Thema geschrieben.
http://www.farliblog.de/archives/545-Ein-Tag-...
und die Fortsetzung
http://www.farliblog.de/archives/613-Ein-Tag-...
9. Mai 2007 um 17:02 anonymertyp(Quote)
tja anscheinend muss man nur stöckchen schmeissen und schon erhält man alle notwendigen informationen
als blogger kann man sich doch nur schwer über dieses thema beschweren, allein aus deinen angesammelten texten kann jeder ein umfassendes profil über dich erstellen.
Name
Beruf
Wohnort
Übliche Arbeitszeit
Zeit wann du üblicherweise Blogst – falls immer wechselnde Zeiten = kein geregeltes Leben
Freundeskreis (kommentare, blogroll)
Soziales Umfeld (siehe Beruf, siehe einzelne Beiträge)
Dein Schreibstil offenbart deine Intelligenz, Stimmung, Zeit, Motivation
Urlaub
Lass mal einen Psychologen deinen Blog durchlesen der wird dir schon sagen in welches Raster du fällst und ob du für einen Mord der in deiner Stadt passiert ist in Frage kommst.
9. Mai 2007 um
[...] Torsten vom Taxi-Blog hat geworfen. Und er wußte genau, wohin er zielen mußte … [...]
9. Mai 2007 um
[...] [Nachtrag 7.5.2007 12:30] Die bisherigen Antworten auf das Stöckchen: Boje Epstacy Kirika Bash-online [Nachtrag 10.5.2007 00:00] Und noch ein paar Stöckchenantworten. Warum ich diese hier verlinke? Ich will mit diesem Stöckchen über mein übliches Klientel, über meine übliche Leserschaft hinaus auf die Brisanz des Themas Vorratsdatenspeicherung hinweisen. Im Gegenzug finde ich es aber auch nur fair mir anzusehen, was diese anderen Blogger zusätzlich an Kommentaren zum Stöckchen schreiben. Vielleicht interessiert es aber auf einen von euch, wo das Stöckchen überall landet und wie große Kreise es zieht. Taxi-Blog Bloggediblog Schlumpf´s Welt Ende der Vernunft Real-Riot [...]
10. Mai 2007 um 14:09 -thh(Quote)
Es würde vielleicht helfen, sich der Materie zu nähern, wenn man sich erst einmal damit beschäftigen würde, worum es überhaupt geht, statt dumpfe Parolen nachzuplappern und sich aufs Dagegen-Sein zu beschränken.
Die Aussage “Was ich heute vertraulich auf elektronischem Wege mitteile, kann mir durchaus in ein paar Tagen, Wochen, Monaten oder (wenn wir “Glück” haben…) Jahren zum Verhängnis werden. Ich kann dann wahrscheinlich nicht mehr begründen, warum ich mich irgendwann im Scherz positiv zu Attentaten auf bestimmte Politiker geäußert haben (hab ich natürlich nicht, nur mal so als Beispiel).” belegt, daß offenbar bereits die Kenntnis davon fehlt, was im Wege der sog. Vorratsdatenspeicherung überhaupt geregelt werden soll. Das ist zwar der Normalfall, aber nicht geeignet, den Protest dagegen überzeugender werden zu lassen.
10. Mai 2007 um 21:03 ker0zene(Quote)
@ -thh:
Es geht gar nicht primär darum, das ich mich mal rechtfertigen muß, warum ich irgendwo irgendwann nach drei Bier vielleicht mal einen geschmacklosen Witz über irgend einen Mandatsträger gemacht habe oder “Bombe” Allah” und “Dschihad” in einer Mail schreibe. Das Problem ist viel grundsätzlicher. Ich zitiere mal auszugsweise aus dem Interview des Bundesdatenschutzbeauftragten mit dem Stern ( http://stern.de/computer-technik/technik/:Bun... )
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(…) Das Schlimme ist: Wir sind in einigen Bereichen schon so weit. So werden überwiegend Unschuldige und Unverdächtige davon betroffen sein, wenn demnächst generell für ein halbes Jahr protokolliert werden muss, wann wer mit wem telefoniert oder das Internet genutzt hat, ohne jeden Anfangsverdacht. Allein die Tatsache, dass ich Telefon oder Internet nutze, reicht aus, um mich einer solchen Speicherung auszusetzen.
Frage: (Vorratsdatenspeicherung) Was ist daran so schlimm?
Antwort: Diese Daten sind aussagekräftig. Da kann man sehen, ob ich bei einer Suchtberatungsstelle angerufen habe, meinen Arzt oder meine Geliebte. Das ist beim Internet nicht anders: Internetanbieter müssen dann speichern, welcher Nutzer mit welchem Computer wann im Netz war. Führt man dies mit den Protokollen der Websites zusammen, lassen sich daraus Schlussfolgerungen über mein Privatleben, meine Interessen und Gewohnheiten ziehen. Die neue Qualität besteht darin, dass der Staat sagt: Auch völlig normales Verhalten – telefonieren oder im Internet surfen – muss registriert werden, um im Falle einer Straftat oder einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit auf diese Daten zugreifen zu können. Es werden nicht wie bisher vorhandene Daten bei einem konkreten Anlass ausgewertet, sondern die Anbieter müssen Daten für ein halbes Jahr auf Vorrat aufbewahren, die sie selbst nicht mehr brauchen. Der Bürger wird so immer gläserner.
(…)
Schon die Möglichkeit der Überwachung verändert und beeinträchtigt unser Verhalten. Wenn ich befürchten muss, dass ich registriert werde, dann verhalte ich mich nicht mehr frei und vermeide bestimmte Dinge, mit denen ich auffallen könnte. Es ist eine Art Selbstzensur, mit der sich die Gesellschaft schleichend verändert – zum Duckmäusertum nach dem Motto “Bloß nicht auffallen!”
11. Mai 2007 um 00:50 Fritz(Quote)
George Orwell war vorgestern , die Stasi gestern, heut ist Schäuble & co dabei sie locker zu übertreffen !
22. Mai 2007 um 22:21 Ly(Quote)
hi, hier ein link zu einer online-demo zur vorratsdatenspeicherung.
http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/?title...
Wie es aussieht siehst du u.a. bei mir, oben rechts in ecke maus drauf halten aufs schäuble-gesichtle.
grüße
Ly