Der Arbeitsgerät, Teil 3/2

14. Juni 2013

Jahrelang hab ich Fahrzeuge gefahren, die ein fest eingebautes Navi hatten. Teuer, sehr sehr teuer. Und nur dem Umstand geschuldet, daß Cheffes gerne sehr junge Gebrauchte kaufen. Die waren dann ein paar Tausend Kilometer als Werkstattersatzwagen im Einsatz oder als Vorführwagen. Deshalb auch so Verwirrungen wie getönte Scheiben hinten bei zwei unserer Taxen… Man kann es sich halt nicht immer aussuchen.

Und all die Jahre war bei Dienstantritt die erste Handlung: Mein eigenes Navi an die Scheibe pappen! Ein Feature, daß leider sehr selten ist, hab ich am ollen Blaupunkt-Navi geliebt. Es hat mir ohne Adresseingabe jederzeit angezeigt, wo ich grade bin. Nicht nur die Straße, sondern auch einigermaßen zuverlässig, welche Hausnummer jetzt grade rechts und links ist.

Das ist Nachts oft die größte Hürde bei der Suche von Kundenadressen. Unglaublich, wie übel manche Leute die Hausnummer verstecken. Gerne mal in weiß auf weißem Grund oder auch nur zu erkennen, wenn man grad schon im Hauseingang steht.

Aber beim Blaupunkt ist der Akku absolut am Ende, nach 30 Sekunden ohne externen Strom ist Feierabend. Und als dann auch noch das 12-Volt-Kabel die Grätsche machte…

Die alten Festeinbaunavis waren da nur ein schwacher Ersatz. Hausnummern wurden gerne mal in Blöcke zusammengefasst. Und bis ich da mit dem “Dreh-Drück-Wahlschalter” auf der Mittelkonsole Stadt, Straße und Hausnummer eingegeben hatte, vergingen gefühlte Ewigkeiten.

Aber das ist jetzt Geschichte. Das Blaupunkt-Ding ist ausgemustert!

Seht selbst:

(Direktvideo)

Und dann gibt es noch das absolute Killerfeature!

Bluetooth-Audiostreaming!

Die Freisprecheinrichtung ist bei Daimler schon ewig Serie und funktioniert perfekt. Aber jetzt kann ich auch die Musik vom $MobileDevice hören, ohne lästige Strippen ins Handschuhfach (da saß bei den Vorgängern eine 3,5mm-Klinke-Buchse). Herrlich!

Das ist dann tatsächlich auch mein persönlicher Grund, warum ich ausgerechnet diesen Wagen fahren will!

Und auch wenn Cheffe nie “Ja, das ist jetzt Dein Stammwagen” gesagt hat… Es klappt trotzdem. Wenn ich zum Dienst erscheine ist es inzwischen selbstverständlich, daß ich den Wagen bekomme.

Cheffe halt. :D

Der Arbeitsgerät, Teil 2/2

13. Juni 2013

Okay, im letzten Beitrag ging es darum, daß mein Taxi schick aussieht (also, für nen Daimler zumindest). Und um den Becherhalter!!!!1111elf!

Aber es gibt auch richtig gute Argumente. Eines hat bei Cheffe besonders gut gezogen. Wir erinnern uns: Im Firmeninteresse wäre es eher, daß möglichst jeder Fahrer sofort auf der Straße ist. Und nicht in der Zentrale rumsitzt und auf “sein” Auto wartet. Dementsprächend war er meine Bitte gegenüber nicht sonderlich aufgeschlossen…

Der Parkpiepser! Ein Bild erspare ich Euch mal. Vorne unter der Windschutzscheibe und hinten im Dachhimmel sind ein paar LED, die anzeigen, wieviel Platz noch ist. Und dazu gibt es einen Piepston, wenn es eng wird.

Eigentlich kann ich ganz gut einparken. Nicht wirklich selbstverständlich in einem Beruf, in dem man auch legal in zweiter Reihe halten darf und viele unkonventionelle Fahrzeugabstellmöglichkeiten üblicherweise stress- und straffrei ausgehen. Man weiß halt: Taxi, der fährt gleich wieder weg. Und vielleicht muß er grad jemand im Rollstuhl abholen. Also gibt es extrem selten Stress. Obwooohl… Aber die Geschichte mit meinem neuen Nachbarn erzähl ich ein anderes mal! :D

Kurz gesagt: Wir sind Taxifahrer, keine Taxiparker.

Für mich persönlich ist aber nicht das einparken das Problem. Sondern das ausparken. In den letzten fünf Jahren habe ich zwei Haftpflichtschäden verursacht. Und beide beim Rückwärtsfahren. Einmal am Flughafen bei Dunkelheit mit einem Taxi mit getönten Scheiben hinten.

Ich steh vor dem Schaufenster zur Gepäckausgabe. Sehe, daß da noch nichts los ist und denke mir: Hm, wird mein Kunde wohl noch ne Weile brauchen, fahr ich mal auf den Abholerparkplatz. Blick in die Spiegel, alles okay. Rückwärtsgang rein und: Bääm! Der schwarze Renault, der sich da direkt hinter meine Stoßstange platziert hat, hatte danach eine kleine Beule.

Die beim Unfall am Bahnhof erwähnte Anzeige mit Punkten hab ich kassiert, als ich zu Libori am Kamp in der Taxireihe stand und eine Zentralfahrt machen wollte. Rundumblick, alles frei. Also rückwärts aus der engen Parklücke raus. Die Konzentration lag im rechten Aussenspiegel. Dem Kollegen hinter mir wollte ich keine Macke ins Auto fahren. Das hab ich dafür beim Skoda gemacht, der während meiner Rangiererei in zweiter Reihe gehalten hat. Für die Polizei ein klarer Fall von “Unfall beim Rückwärtsfahren im fließenden Verkehr”. Mit dem Wissen von heute ein Fall für meinen Anwalt.

Kurz gesagt: Ich brauch wirklich das einzige Auto im Fuhrpark mit Parksensoren, Cheffe!

Seine Antwort: Wir hatten schonmal einen Wagen mit Parkpiepser. Und der Fahrer hat’s kaputtbekommen. Ist irgendwo gegen gefahren…

So isser, immer ein Gegenargument im Ärmel. :D

Kommen wir zum schon erwähnten (also, in den Kommentaren zum Bahnhofsunfall zumindest) völlig neuen Automatikwahltaster.

So sieht er aus:

Vorteil: Die Mittelkonsole zwischen den Vordersitzen hat unglaublich viel Platz dafür bekommen. Zum Beispiel, um einen Becherhalter unterzubringen!

Aber auch die Ablage zwischen den Sitzen reicht jetzt endlich aus, um dort mehr als zwei Pakete Taschentücher unterzubringen. Und hat nen Deckel. Und ist an die Klimaautomatik angeschlossen. Was im Winter bedeutet, daß es dort ziemlich warm wird, im Sommer bleibt es dort dafür schön kühl.

Letztendlich einfach dem Zeitgeist geschuldet. Und bei aller Kritik: Ich werde mich dran gewöhnen und irgendwann bediene ich auch die Automatik so intuitiv wie in allen vorherigen Modellen.

Nachteil: In den Vorgängermodellen gab es einen “Automatikwahlhebel”. Jetzt hat man einen “Automatikwähltaster”. In der Praxis bedeutet das: Ich habe im Stillstand keine Ahnung, welche Fahrstufe grade eingelegt ist. D, R, N, P? Mit Blick auf den Hebel kann ich das nicht erkennen. Auch nicht mit Griff dorthin.

Ich muß aufs Display schauen, da steht es. Aber in einer unübersichtlichen Situation wie letztens am Bahnhof mal schnell den Hebel nach vorne drücken und zu wissen, da ist der Rückwärtsgang. No way.

Klar, wenn ich oft genug anch oben taste, bin ich letztendlich im Rückwärtsgang. Aber wenn der Griff zum Hebel schon klar dessen Position anzeigen würde, wäre mir das allemal lieber.

Und ob ich den “Vier” jetzt wirklich als Festwagen bekommen habe, verrate ich Euch in Teil 3 der zweiteiligen Serie.

PS: War keine Absicht. Hab mich hier verquatscht und ausserdem gemerkt, daß ein Video vom nächsten Killerfeature ziemlich cool wäre. Ausserdem ist es eine Hommage an Douglas Adams. Dem Erfinder des “Fünften Bandes eine vierteiligen Trilogie”. Also: Don’t panic!

Der Arbeitsgerät, Teil 1/2

12. Juni 2013

In den letzten Einträgen hab ich ja schon ein paarmal erwähnt, daß ich jetzt zum ersten Mal in den fünf Jahren bei Taxi Czernoch einen Stammwagen habe. Grob geschätzt haben hier in der Stadt rund die Hälfte der Fahrer ein “eigenes Auto”, fahren immer das selbe Taxi. Die anderen, bis Februar gehörte ich auch dazu, nehmen aus praktischen Gründen einfach den ersten verfügbaren Wagen, der auf den Hof kommt.

Ist eigentlich auch die schlauere Variante. Unsere Taxen sind sich eh alle sehr ähnlich, größtenteils E-Klasse in der T-Version. Die anderen kamen für mich in den letzten Monaten eh nicht in Frage, weil die in meinen Schichten schon mit Stammfahrern besetzt sind.

Unterschiede gab es also höchstens in Laufleistung und minimal in der Ausstattung. Einige wenige Fahrzeuge haben z.B. kein Festeinbau-Navi oder keine antike Lade- und Freisprechhalterung für unsere Zentralenhandys. War mir immer egal.

Und dann kam er! Und ich war nach der ersten Schicht verliebt in dieses Auto.

Sieht ja schon sehr stylisch aus, die LED-Tagfahrscheinwerfer!

Und innen wirds noch schöner!

Mercedes nennt es “Ambiente-Beleuchtung”. Ist dimmbar und sieht verblüffend gut aus.

Okay, alles schön und gut. Aber noch lange kein Grund, das erste Mal meinen Cheffe gradezu anzubetteln, mir den Wagen als Stammwagen zuzusprechen.

Aber jetzt kommts!

Taaaadaaaaaaaaaaa!!

Er hat allen ernstes, und das ist ein absolutes Novum in unserer Firma, einen dafür auch gedachten Becherhalter! Groß genug für meinen Halbliter-Thermobecher! Okay, ist natürlich in einem 40.000€-Auto nicht serienmäßig, Daimler lässt sich das gute Stück Formplastik mit 34 Euro bezahlen. Aber hey, ich hab endlich nen echten Becherhalter im Dienstwagen!

Und in den nächsten Tagen reiche ich noch den zweiten Teil nach. Da geht’s dann um die technischen Finessen!

Blau, aber keine Leuchten

11. Juni 2013

So langsam werde ich Stammkunde bei der Polizei. Durchaus zufrieden mit deren Leistungen, aber trotzdem wäre es mir definitiv lieber, wenn das mal langsam wieder aufhört.

Heute war es dann aber kein Unfall (auf den dritten der Reihe warte ich also immer noch…), sondern amoklaufende britische Soldaten.

Genaugenommen war es auch nur einer, die anderen waren bis zum Ende der Fahrt ganz friedlich.

Der eine hatte es dafür aber in sich. Die ersten drei Minuten der Fahrt schlief er noch friedlich.

Dann begann die Brüllerei. Er würde alle killen, insbesondere die “Nigger”. Und ausserdem sollen sich doch alle “geschlechtsverkehren”. Aussteigen wollte er auch mehrmals. Während der Fahrt riss er einige Male die Tür auf.

Kein Wort dazu von mir. Seine Kollegen taten auch alles, um ihn zu beruhigen.

Bis zur Dubelohstraße, die direkte Verbindung zwischen Kernstadt und Sennelager. Kurz vor den Fischteichen erhielt ich einen Schlag in den Nacken…

Nicht sonderlich heftig. Aber in so einem Fall ist die Fahrt definitiv beendet, bevor noch mehr passiert. Die Vollbremsung erfolgte noch im ersten Schreck direkt nach seiner Attacke.

Meine Weigerung, die Fahrt mit diesem Vollhonk weiter durchzuführen wurde dann blöderweise von den anderen Mitfahrern nicht sonderlich entspannt aufgenommen.

Sie entschlossen sich blöderweise, daß dann ja wohl die Fahrt kostenlos wäre. Die Türen wurden mit aller Kraft zugeschmettert und die Soldaten verschwanden im angrenzenden Wald.

Entgegen meiner sonst üblichen Personenbeschreibungsschwäche fiel es mir diesmal recht leicht. Kurze Hose und Beinprothese bei meinem Beifahrer war zumindest schon mal recht einprägsam. Und der sehr amerikanische Akzent des Aggro-Typens dürfte auch eher ungewöhnlich und auffällig sein.

Dementsprechend kam dann auch zwei Stunden später der Anruf der Polizei. Die Täter sind festgenommen, Protokol ist auch soweit geschrieben, man übergebe sie jetzt an die Militärpolizei.

Strike!

Versuchte Körperverletzung wird wohl eher nicht drin sein. Aber Betrug und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr (der Beamte hat sich extra nochmal schildern lassen, in welchem zeitlichen Ablauf Vollbremsung und Angriff standen) sind definitiv gegeben.

Und irgendwie hab ich nicht das geringste Fünkchen Mitleid… :D Waren übrigens auch nicht die üblichen jungen Burschen, eher so Mitte Zwanzig bis Mitte Dreißig. Da sollte man wissen, was man tut und was man mit einer solchen Aktion auf’s Spiel setzt.

Magnetaxi!

10. Juni 2013

Mein Dienstwagen scheint echt eine aussergewöhnlich intensive Anziehungskraft zu haben. Leider nicht nur für Fahrgäste… Sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer. Mist, sowas!

Gestern Abend also nach dem Radfahrer neulich die nächste “Feindberührung”.

Der Fahrer des schwarzen Dreiers stand an der Ampel zur Ausfahrt vom Taxi- und Kurzzeitparkplatzes, ich schräg hinter ihm, ich wollte auch raus um eine Zentralfahrt zu erledigen.

Ich seh seine Rückfahrscheinwerfer aufleuchten, hau auf die Hupe und es irritiert ihn leider kein Stück. Er fährt einfach weiter und drückt mir die Stoßstange ein. Naja, zumindest leicht, noch sehr viel Glück im Unglück. Selbst der Parkpiepser scheint noch einwandfrei zu funktionieren.

Beim Unfall mit der Beifahrertür und dem Radler hab ich noch geunkt. Und siehe da: Kaum hat es den ersten Schaden gegeben, dauert es nicht mehr lange und die Karre ist rundrum vermackelt. Broken-Windows-Theorie für Taxen sozusagen.

So sieht mein “Vier” jetzt also ganz neu aus:

Spannend war übrigens die Wartezeit auf die polizeiliche Unfallaufnahme. Der Bruder des Fahrers war in Windeseile am Unfallort und versuchte auch gleich noch die ganz dummdreiste Masche:

“So wie das aussieht. Ich meine, das sieht ja eher so aus, als wären sie meinem Bruder hinten drauf gefahren…”

Mein Hinweis auf die Überwachungskameras am Bahnhof und die durch mein Hupen allesamt aufgeschreckten anderen Taxifahrer am Bahnhof hat ihn dann aber sehr schnell von der Masche abgebracht. :D

Beim Eintreffen der Polizei war er dann auch ganz brav und hat als erster erzählt. Und sogar die volle Wahrheit. Mündliche Verwarnung (WTF!! Ich hab für exakt den gleichen Unfall mal ne Anzeige mit 2 Punkten bekommen. Grrrr!), Unfallprotokol mit passenden Eintragungen und alles ist gut.

Langjährige Leser kennen ja die Dreier-Regel. Sowas passiert immer dreimal in kurzer Zeit. Fahrrad und PKW hatten wir jetzt.

Ich bin gespannt, was mich als nächstes trifft.

Straßenbahn? Segelflieger? Containerschiff?

Artiges

15. Mai 2013

Sogar irgendwie Fanartiges. Auf jeden Fall fein gereimt. Und obwohl ich den Dichter persönlich kenne, lege ich grade jetzt sehr viel Wert darauf, daß ich niemals mit ihm oder auch nur in seiner Nähe am Steuer eines Fahrzeugs war. Indianerehrenwort!

Wer kurvet so spät durch Nacht und Wind?

Es ist der Torsten im Taxi, geschwind;

Er hat den Wagen wohl im Griff,

Er faßt ihn sicher, hält ruhig sein Asphalt-Schiff.

“Mein Kund, was birgst du so bang dein Gesicht?”

“Siehst, Fahrer, du die Leitplanke nicht?

Den Abgrund vor dem Stern und Reif?”

“Mein Kund’, es ist nur ein Nebelstreif.”

“Mein Fahrer, mein Fahrer, jetzt rast er heran!

Mein Schrittmacher hat’s letzte Klicken getan!”

Dem Torsten grauset’s, er fahret geschwind,

Hinten im Fond den ächzende Kund’,

Erreicht das Ziel mit Mühe und Not;

Im Auge des Kunden war das Trinkgeld längst tot.”

;)

Immer gute Fahrt wünscht

Micha

Und die Rennleitung meint?

3. Mai 2013

Natürlich besteht die Möglichkeit, daß die ganze Geschichte noch vor Gericht landet. Und da sind alle Menschen gleich. Gearscht.

Aber vorläufiges Endergebnis der Geschichte, geäussert durch den Polizeibeamten, der nach längerer Diskussion im Streifenwagen zu uns kam:

“Schuld sind sie eigentlich alle. Also, ausser dem Taxifahrer!”

Anders hätte ich mich allerdings auch ziemlich auf den Schlips getreten gefühlt…

Poleposition auf dem Unfallprotokoll und damit vor Ort von der Polizei festgestellter “Hauptschuldiger” war tatsächlich mein Beifahrer.

“Wir hätten jetzt auch den Radfahrer auf die Position setzen können. Für uns ist die Schuldhöhe ungefähr gleich. Aber wir haben halt nur einmal die Spalte und mussten uns entscheiden.”

Prinzipiell so naja, im aktuellen Fall eine Scheißentscheidung.

Der Radfahrer hat ne Privathaftpflicht, mein Fahrgast nicht… Ich bin kein Freund von Versicherungen. Aber die? Ist schlicht und ergreifend wirklich Pflicht. Wenn ein Worst-Case Dich bis ans Lebensende ruiniert und der Schutz ein paar Euro im Monat kostet, fällt die Entscheidung sehr leicht.

Naja, ändern kann man es jetzt auch nicht mehr. Und zum Glück liegt der Schaden auch eher im dreistelligen, vielleicht knapp vierstelligen Bereich. Nicht auszudenken, wenn dem Radler was passiert wäre…

Die oft geäusserte Meinung, daß ich oder mein Cheffe als Fahrzeughalter eine Schuld treffen… Unter vielen Umständen würde ich dem ja recht geben, zumindest für eine Teilschuld.

In diesem Fall hab ich allerdings alles richtig gemacht. Ich durfte an dieser Stelle halten. Mein Fahrgast durfte dort problemlos aussteigen.

Ich sehe eine gewisse Mithaftung auch nur in den Bereichen, in denen ich es mit vermindert zurechnungsfähigen Fahrgästen zu tun habe. Eine erhöhte Verantwortung habe ich für Kinder und betrunkene Fahrgäste.

Erwachsenen Menschen ohne bewustseinsverändernden Einfluß sind in meinen Augen schon für sich selbst und für ihre Taten verantwortlich.

Wie gesagt: Vor Gericht könnte es sich da anders darstellen. Richter sind nicht beeinflussbar. Meist nicht mal von einfachen, logischen Zusammenhängen.