Mein allererstes Taxierlebnis

5. Februar 2010

Und noch ein fast verschollener Eintrag. Vermutlich habe ich den mal geschrieben, als auffallend viele negative Berichte über Taxifahrten und -fahrer von Euch in den Kommentaren erschienen.

Vorhang auf!

Vielleicht lebe ich ja wirklich in einer rosaroten Märchenwelt. Aber irgendwie will mir nicht so recht einleuchten, warum so unglaublich viele Menschen so schlechte Erfahrungen mit unserem Berufsstand gemacht haben. Und üblicherweise dann auch noch gleich mit der Mehrzahl der Kollegen. Ich bestreite ja nicht, daß es viel zu viele Deppen unter den Kollegen gibt, aber mehr als 50% ist schon ein Armutszeugnis (wenn die berichteten Erlebnisse nicht maßlos übertrieben sind).

Vielleicht ist Paderborn und die umliegenden Dörfer auch wirklich das Märchenland und es ist einfach überall anders so schlecht wie berichtet. Und wenn ich nur meine Erlebnisse mit Frankfurter Taxen als Maßstab nehmen würde, wäre ich auch der Verzweiflung nahe: 2 Fahrten, 1 übel gelaunter Fahrer und 1 versuchter Betrug. Aber immerhin beide mit ordentlichem Fahrstil.

Davon abgesehen hatte ich immer das Vergnügen, eine ordentliche Dienstleistung zu bekommen. Ob in Würzburg, Gütersloh, Verl, Bielefeld oder natürlich in Paderborn (aber das gilt nicht, die kennen mich ja…), ich hätte nie eine schlechtere Gesamtnote als 2+ verteilen können.

Aber eigentlich wollte ich ja von meiner allerersten Taxierfahrung berichten.

Wir schreiben das Jahr 1977. Oder 1978. Wir befinden uns in Kaunitz, ein kleines Dorf im Dreieck zwischen Paderborn, Bielefeld und Gütersloh. Damals mußte man auf Briefe allerdings noch 4837 Verl II schreiben, wenn man Kaunitz meinte. Wenig später sollte ich übrigens auf dem dortigem “Hobbymarkt” meine ersten Erfahrungen als Kaufmann machen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls war und ist Kaunitz ein Kaff. Es gibt genau zwei Ereignisse im Jahr: Feuerwehrfest und Schützenfest. Das Feuerwehrfest wird erst zur Pubertät interessant, aber der Autoscooter beim Schützenfest hatte es mir angetan.

Während meine Eltern also in der Halle feierten, schlich ich über den Schützenplatz und überlegte mir, wie ich am sinnvollsten mein Schützenfestgeld anlege. Und als ich mir dann ein paar Chips für den Autoscooter kaufen wollte, passierte es. Der Schausteller hatte damals seinen Schäferhund frei vor der Kasse liegen. Keine Ahnung, warum der plötzlich durchdrehte. Vielleicht schlecht geträumt… Auf jeden Fall zerriss mir der Hund den Hemdärmel und biss mir in den Oberarm, bevor der Besitzer ihn zurückreißen konnte.

Als erster am “Unfallort”, mit dem Verbandskasten unter dem Arm, war ein Taxifahrer. Nachdem der erste Schreck verdaut war, die Wunde versorgt und meine Taschen sich vor kostenlosen Fahrchips ausbeulten, ging der lustige Abend für mich weiter. Autoscooter, Kettenkarussell, es war toll. Die Jacke verdeckte auch prima den kaputten Hemdärmel.

Irgendwann waren die Chips verbraucht und ich ging wieder in die Halle zu meinen Eltern. Die Hundeattacke hatte ich zu dem Zeitpunkt längst verdrängt. Das konnte ich schon damals ganz gut…

Dafür hatte der Taxifahrer ein besseres Gedächtnis. Er sah mich zurück in die Halle gehen und wollte nach dem Rechten sehen. Er war es dann auch, der meinen Eltern erklärte, was passiert ist. Zur Belohnung durfte er uns dann auch zur Tetanusimpfung ins Krankenhaus nach Gütersloh fahren, auch damals dürfte eine 16-km-Tour ganz lukrativ gewesen sein.

Ich glaub ja nicht wirklich, daß diese frühkindliche Erfahrung meine jetzige Berufswahl beeinflusst hat. Aber so ganz von der Hand zu weisen ist es auch nicht. Noch heute sind mir die Kollegen am liebsten, die auch abseits der lukrativen Aufträge Herz beweisen. Wir verbringen soviel Zeit an Orten, wo viele Leute unterwegs sind, manchmal auch Hilfe brauchen. Und (jetzt kommt eine geschickte Überleitung zum Anfang des Beitrags… ;) ) zumindest meiner persönlichen Erfahrung nach sind deutlich mehr als 50% der mir bekannten Kollegen aus ebendieser Kategorie.

Hoffentlich ist Paderborn und Umgebung nicht wirklich das einsame Märchenland…

Illegal ReHabend

4. Februar 2010

Irgendwie zumindest. Oder eher “in der Luft hängend”.

Aber eigentlich auch egal, schließlich ist es weder mein Fehler noch mein Problem. Keine Entscheidung ist in dem Falle nämlich eine faktische “Pro-Entscheidung”.

Die Rede ist von der Rentenversicherung, die mir eigentlich eine 4-wöchige ReHa-Zeit genehmigt hat. Und obwohl mir die Ankunft hier eher wie letzte Woche vorkommt, ist tatsächlich schon exakt dieser 4-Wochen-Zeitraum rum. Seit rund drei Wochen ist die Verlängerung beantragt, eine Antwort ist bis heute nicht angekommen…

Die Regelung ist bei Nichtreaktion des Kostenträgers dann ganz einfach. Der Patient bleibt und die Rentenversicherung muß zahlen. Sollte (was praktisch nie vorkommt bei der ersten Verlängerung) eine Ablehnung kommen, geht es in den Widerspruch und auch bis zur dann fälligen Entscheidung nach Überprüfung würde ich bleiben. Ich bin also mehr als gelassen.

Beantragt sind übrigens vier weitere Wochen mit der Option, daß ich nach insgesamt sechs Wochen (in 14 Tagen also) auch regulär beenden kann, ohne negativen “Abbruchvermerk” in meinen Krankenakten.

Momentan schwanke ich heftig zwischen den beiden Varianten. Wenn tagelang keine interessanten Fortschritte passieren tendiere ich zur Kurzversion. Aber momentan gehts auch wieder gut voran und unter den letzten Neuankömmlingen waren interessante Personen. Aktuell freunde ich mich also mit acht Wochen an. Mal sehen, was es wird.

Omid Djalili, the Mini Cab Musical

3. Februar 2010

Und noch ein Beitrag aus der Mottenkiste, diesmal nicht ganz so alt!

Omid Djalili, iranischer-britischer Comedian mit eigener Show auf BBC (und wenn meine grad durchgeführte Recherche richtig ist ganz aktuell heute Nacht auf 3sat von 00:55 – 01:25, weitere 11 Folgen an den nächsten Dienstagen gegen kurz vor 1.00 Uhr nachts (sorry, man kommt hier mit den Wochentagen durcheinander, habs grad korrigiert, TB)) hat aus unserem Berufsstand ein kleines Musical gemacht. Okay, es geht eher um die Mini Cars, die Funkmietwagen. Also eher die direkte Konkurrenz in der Individualpersonenbeförderung zum Taxi. Aber wie singt er so schön:

At the end of the day we’re all drivers together, there is enough work for all!

(Videos lohnen sich leider nur, wenn man einigermaßen Englisch versteht. Sorry!)

(Direktlink)

Am besten, grade aus Paderborner Sicht mit fünf britischen Kasernen, finde ich die letzten Sekunden:

Drink and rain, they`re cabbys friend. Drink and rain, may they never end. We drive them home for money and they let us talk bollocks.

God bless the british for being lazy alkoholics!

(Vielen Dank für die Korrekturen in den Kommentaren!)

Wer Omid und seine Musicals mag, sollte dringend seine Erklärung zur Finanzkrise anschauen und sich anschließend durch Youtubes Empfehlungen klicken, es lohnt sich:

Youtube: Credit Crunsh

Weeeerbung (…kann auch gut sein!)

2. Februar 2010

Und eine weitere “Unveröffentlichte”.

Gefunden vor gaaanz langer Zeit bei den pimpnasen.de, eine umfangreiche Sammlung richtig guter Werbung:

http://www.sinn-frei.com/die-besten-werbeideen_8075.htm

Alle Bilder gehören in die Kategorie “Kreative Werbeideen unter besonderer Einbeziehung der Umgebung”. So mag ich Werbung!

Aber warum verstehe ich ausgerechnet das einzige Taxi-Bild nicht? Toll, da hängt ein Arm aus dem Kofferraum… Häh? Kennt da jemand die Hintergründe? Wer wirbt da für was?

Exorzismus in Paderborn

1. Februar 2010

Zwar schon über ein Jahr alt, aber zu schade zum löschen. Sorry, ich hab den alten Postingentwurf grad wiedergefunden (Therapieerfolg #32: Endlich mal Wordpress aufräumen! ;) ).

Aber zum Thema:

“[…] Überraschend hat jetzt auch das Erzbistum Paderborn eingeräumt, mehrere Teufelsaustreibungen genehmigt zu haben.

“In den vergangenen acht bis zehn Jahren hatten wir 18 ernst zu nehmende Anfragen. Zwischen 2000 und 2003 hat es dreimal eine Beauftragung gegeben, nach strengen Kriterien”, sagte Pressesprecher Ägidius Engel dieser Zeitung. […]“

(Quelle: nw-news.de/Neue Westfälische, online leider nicht mehr verfügbar)

Natürlich “nur” nach dem neuen Ritus von 1999, mit ärztlichen Gutachten und so… Und geholfen hat es auch, es gibt immerhin zwei “Heilungsbestätigungen” von den drei “genehmigten” Exorzismen. Zwei Paderborner Pastoren sollen aber schon nicht genehmigte Teufelsaustreibungen zugegeben haben.

“[…] Bei den Symptomen, unter denen die Betroffenen litten, handele es sich üblicherweise um Phänomene aus dem Bereich der Parapsychologie: “Hautausschlag, an Wänden hochgehen oder in fremden Sprachen und Dialekten sprechen können, obwohl die Person es nicht gelernt hat”, sagt Engel. “Diese Menschen leiden tiefste Not, da kann nur noch der liebe Gott helfen.” […]“

(Quelle: dito)

Erschreckend, was für eine Parallelgesellschaft wir hier haben. Mir fehlen echt die Worte. Das ist mal Okkultismus in Reinkultur!

Weiterer Artikel:

www.sueddeutsche.de

Zahlenspiele

28. Januar 2010

Nur mal so als Zwischenstand zur vermutlichen ReHa-lbzeit:

21 Tage, davon
16 Tage ohne Nikotin. Gestern stand die Waage bei
6 Kilo Gesamtgewichtsverlust in dieser Zeit.
11,50 Euro werde ich gleich im Fitness-Studio lassen,
1 Monat lang dann
3-5mal die Woche dort trainieren und danach jeweils
30 Minuten im Whirlpool der Therme liegen, ein paar
100 Meter schwimmen und es mir gut gehen lassen.

Alles mitnehmen halt! :D

Klinikomiker

27. Januar 2010

Wenn der Fokus der Klinik eher auf Ursachforschung, Verhaltenstherapie und Ähnlichem liegt, kann man die Therapeuten am zufriedensten machen, wenn man bei der Entlassung auch “was mitnimmt” in den Alltag.

Letztens stand ein Mitpatient kurz vor der Entlassung und wurde auch gefragt:

“Und, können Sie denn was mitnehmen?”

“Nun, die Handtücher auf jeden Fall. Vielleicht die Bettwäsche. Und die Schreibtischlampe!”

Klarer Therapieerfolg! :D