Naaaa gut!

10. Februar 2015

Jaaaaahaaaa, ich hab ja auch so schon ein schlechtes Gewissen. Ich hab Euch vernachlässigt. Und ein paar Menschen aus dem Paderborner Freundeskreis werden jetzt auch nicken. Sorry!

Die letzten Monate hat es schon so oft in den Fingern gejuckt. So viele wunderschöne Geschichten aus dem Alltag eines Callboys, äh, CSA wollte ich sagen. Steht übrigens für Customer Service Agent, so meine firmeninterne Berufsbezeichnung. Vom Taxifahrer zum Agenten. Nicht schlecht, oder? :)

Aber leider ist weder mein Arbeitgeber noch unser Auftraggeber cool genug, mir da freie Hand zu geben. Und blöderweise kennen dort auch zu viele das Blog, es würde sich also definitiv negativ auf meine “Personalentwicklung” auswirken. Auf unserer Weihnachtsfeier würde ich sogar als Ex-Taxiblogger erkannt. Also, keine Hotline-Geschichten…

Aber ein Lebensupdate gibt es natürlich:

Tatsächlich ist bisher alles genauso eingetreten wie ich es mir erhofft habe.

Die Schulung war zwar ein paar Tage kürzer und die versprochene Eingewöhnungsphase (“Dann hört Ihr ein paar Tage bei erfahrenen Mitarbeitern mit rein.”) wurde kurz vor Schulungsende auch gestrichen.

Aber mit ein paar Monaten Erfahrung kann ich inzwischen sagen: Passt schon. Unser Projekt, die komplette Palette der Energieversorgung (plus Wasser/Abwasser für viele Regionen) ist so unglaublich vielschichtig. Auch mit dreijähriger Ausbildung hätte man längst noch nicht alle Eventualitäten schulen können. Kein Tag also ohne bisher nie gehörte Problemstellungen…

Learning by doing und ein geniales Team im Rücken ist da die bessere Lösung. Und genau das habe ich dort! Allein schon menschlich vom Kollegen nebenan bis hoch zu den Vorgesetzten. Alle supernett und immer hilfsbereit.

Dazu die schon erwähnte Personalentwicklung. Man gibt sich bei uns größte Mühe, die Mitarbeiter zügig aus dem Mindestlohnbereich zu holen.

Das halbe Dutzend an Seminaren hab ich jetzt schon hinter mir, die relevanten Prüfungen für den nächsten Sprung ganz gut bestanden. Ab Mitte März bin ich dann wohl “Advanced”. Und vielleicht sogar noch dieses Jahr “Professional”.

Mein mittelfristiges Ziel geht dann in Richtung Trainer oder Teamleiter.

Bis dahin werde ich aber sicher noch tausendmal “Guten Tag, Sie sprechen mit Torsten Bentrup.” aufsagen und Abschlagspläne anpassen, Ratenpläne erstellen, an- und abmelden, Tarifwechsel und Jahresrechnungen erstellen, Grundversorgung erklären, Entsperraufträge weiterleiten, undundund…

Privat läuft es sogar noch ein winziges Stückchen perfekter. Die Liebe wächst und gedeiht, die Beste ist immer noch die beste und wird es voraussichtlich auch noch ein paar Jahrzehnte bleiben.

Und der nächste Urlaub steht auch schon an. Flüge und erste Hotels sind gebucht. Über Ostern werden wir Kambodscha unsicher machen. Angkor Wat, Siem Reap, Phnom Penh, Sihanoukville, Koh Rong und wenn die Zeit reicht noch ein bis drei Tage in Bangkok, 22 Tage werden wir unterwegs sein.

Ein wenig Sorge macht uns nur der Flug von Bangkok nach Siem Reap. Air Asia hat kurz nach unserer Buchung einen etwas negativen Ruf bekommen. :) Wird schon gutgehen!

Mit anderen Worten und zusammengefasst: Ich habe meinen Entschluss noch keine Sekunde bereut! Alle Änderungen sind mehr als positiv gewesen und sind es noch! Yeeeeeaaah!

Piep!

10. Februar 2015

Ja, er lebt noch… :)

Ein wenig Wehmut…

29. August 2014

…war ja eben doch dabei. Das war sie also, meine vermutlich allerletzte Schicht im Taxi.

Was werde ich vermissen? Einen Großteil der Kollegen. Insbesondere die Verabschiedung von meiner Lieblingskollegin heute war schon mit feuchten Augen begleitet. Sie hat übrigens ihr Kaninchen vor kurzem noch bekommen und macht mich dafür verantwortlich… :D

Auch ein paar unserer Stammfahrgäste werde ich vermissen. Deren Reaktionen waren allerdings auch klasse. Jeder einzelne, dem ich von meinen Plänen erzählt habe hatte genau die gleiche Meinung: “Schaaaade! Aber ich gönne es Dir so!”

Mein Arbeitsgerät werde ich auch ein wenig vermissen. Inzwischen hat der CZ-400 aka Wagen 4 die 200.000 locker überschritten und leider (Mercedes ist halt auch nicht mehr das, was es mal war) einige Werkstattbesuche hinter sich gebracht. Aber er fuhr sich immer noch fast wie ein Neuwagen. Und er hat mich nie im Stich gelassen!

Sehr vermissen werde ich meinen Cheffe. Der, der in all den Jahren völlig unbürokratisch jeden Urlaubswunsch genehmigt hat, mir ein auskömmlichen Einkommen ermöglichte und mich mit seinem schwarzen Humor immer wieder zum Grinsen brachte.

Allerdings wechsel ich ja quasi zum Czernoch der Callcenterbranche, wenn man der Selbstdarstellung, den Foren und auch persönlichen Berichten glauben kann. Und grade letzteren (es gibt verblüffend viele Paderborner, die dort schonmal gearbeitet haben oder jemand kennen, der dort war) vertraue ich da schon. Ich werde sicher berichten!

Last but not least werde ich es vermissen, gelegentlich hier von meinen Erlebnissen im Taxi zu berichten. Klar wird es noch Einträge geben. Aber eben nicht mehr als Taxifahrer.

Und vermissen werde ich das hauptsächlich wegen Euch, meiner fleißigen Kommentarschreiber. Ich hab es schon oft gesagt und es ist einfach Fakt: Bei vielen Einträgen sind die Kommentare das Beste!

Ihr habt mich jetzt mehr als 9 Jahre begleitet. Wart dabei bei meiner tiefsten Lebenskrise. Und ebenso als ich mein neues Leben begann und es immer besser wurde. Heute seit Ihr dabei, wie sich wirklich alles massiv verändert! Und wenn mich nicht alles täuscht, wird es großartig!

Daaaaaaaaaanke für alles!

Übrigens, liebe mitlesenden (Ex-)Kollegen. Wenn Ihr hier mal was schreiben möchtet, lasst es mich wissen. Ich fände es schön, wenn es auch weiterhin was zu lesen gibt. Haut in die Tasten und schickt es mir!

Es ist vollbracht!

19. August 2014

Ihr müßt jetzt ganz tapfer sein…

In weniger als einem Monat bin ich weg. Weg aus Paderborn und weg aus dem Taxi.

Meine zweite Bewerbung der letzten zehn Jahre war erfolgreich. Letzten Donnerstag war ich zu einem vierstündigem Einstellungstest/Vorstellungsgespräch/Firmenpräsentation und hab mich da offensichtlich nicht ganz doof angestellt. Jedenfalls kam gestern der Anruf: “Willkommen im Team!”

Ab Mitte September beginnt dann eine fünfwöchige vollzeitige und -bezahlte Schulung und danach bin ich dann telefonischer Kundenberater für ein großes Energieversorgungsunternehmen.

Keine Nachtarbeit mehr, keinen Körperkontakt mehr mit den seltenen unangenehmen Kunden, keine 12-Stunden-Schichten mehr, keine Wochenendbeziehung mehr.

Und nachdem ich am Donnerstag auch schon kurz in meinen zukünftigen Arbeitsplatz reinschnuppern konnte: Es wird definitiv interessant und nicht allzu anspruchslos.

Ebenfalls im Jobangebot des Callcenters waren beispielsweise Rückholungstelefonate für Mobilfunkkunden nach deren Kündigung oder Apothekenrundrufe zur Bestellannahme. Hätte ich notfalls auch gemacht. Aber mehr Spaß macht mir definitiv mein zukünftiges Aufgabenfeld.

Mein zukünftiger Arbeitgeber scheint auch absolut über dem Branchendurchschnitt zu liegen. Mehrfach in den letzten Jahren ausgezeichnet als einer der besten Arbeitgeber. Klar geregelte Aufstiegsmöglichkeiten, flexible Arbeitszeiten, eigene Kantine, nette Kollegen und hey: Kostenlose Kaffeeversorgung und eine eigene Kantine!

Ich denke mal, viel besser hätte ich den Ausstieg aus dem Taxi mit meinen zwei viel zu alten Ausbildungen und 43 Lenzen kaum schaffen können. :D

Und wie geht es hier weiter?

Zwei Geschichten reiche ich auf jeden Fall noch nach. Die Sonntagnacht war wirklich unglaublich. Direkt hintereinander zwei absolut blogbare Fahrten. Die erste, die mir sehr deutlich vor Augen geführt hat, wieso ich unter anderes raus will. Und die zweite, die mir wie selten zuvor in den letzten fast 21 Jahren gezeigt hat, warum ich die meiste Zeit wirklich gerne Taxi gefahren bin. Die Titel stehen schon fest: “Himmel” und “Hölle”.

Ansonsten werde ich sicher auch weiterhin das Taxigewerbe kommentierend begleiten und beispielsweise berichten, wenn uberPOP endlich vor die Wand fährt. Oder ein bestimmtes Taxiunternehmen in Paderborn endlich geschlossen wird. Oder auch mal meine Erfahrungen als Taxifahrgast berichten. Oder Urlaubsgrüße senden. Oder einfach mal so erzählen, wie sich mein Leben durch diesen heftigen Schnitt ändert.

Also ruhig weiterhin ab und zu reinschauen oder sonstwie verfolgen!

Leserkommentare uberpruft, Teil 5

8. August 2014

“Dann komme ich Silvester endlich mal zügig nach Hause”

Möglich. Nicht sehr wahrscheinlich, weil auch einige uber-Fahrer gerne Silvester feiern würden. Aber möglich.

Blöd nur, daß man an solchen Tagen dann nicht die 20% aus der uber-Werbung sparen wird. Sondern schlicht abgezockt kapitalistisch korrekt behandelt wird. uber berechnet seine Fahrpreise nämlich aus Angebot und Nachfrage.

Wo im Taxi auch an Hochlasttagen Tarifbindung existiert, multipliziert uber dann bis zu 7,75fach den normalen Preis. Das ist zumindest der bisher höchste Multiplikator, der bekannt geworden ist. Und da fragt man sich schon, ob nicht die Wartzeit aufs freie Taxi besser ist als diese Abzocke.

Bis sich die Balken biegen

7. August 2014

Taxifahrer sollen sich ja demnächst auch mit Fahrgästen an die Anschnallpflicht halten. Bisher sind wir besetzt von dieser Pflicht befreit. Meine Meinung dazu ist einfach logisch. In fast 21 Jahren hätte ich niemals einen Nutzen von der Befreiung gehabt. Aber ich war schon mehrfach heilfroh, daß ich bei einer Vollbremsung oder einem Ausweichmanöver angeschnallt war. Einen Unfall, der Gurthilfe erfordert hätte, hatte ich zum Glück noch nicht im Taxi. Privat damals im Twingo allerdings schon. Also bin ich immer angeschnallt. Manchmal merke ich nach einer halben Stunde am Taxistand verblüfft, daß der Gurt immer noch eingeklickt ist…

Die Leser von Sat1/Bayern sehen das offensichtlich anders:

sat1laesstdiebalkenbiegenbissieweinen

(Quelle: http://www.sat1bayern.de/news/20140803/taxifahrer-angst-vorm-anschnallen/

Selten lagen 6% und 94% so nah beieinander… :D

Wie dieses absurde Ergebnis zustande gekommen ist würde mich allerdings auch noch interessieren. Ich bin in diversen Taxi-Gruppen auf FB aktiv, dort wurde es auch diskutiert. Auch da gibt es ablehnende Meinungen, aber ich würde die Stimmung eher 50:50 einschätzen. Und bei Sat1 werden nicht nur Taxifahrer abgestimmt haben.

Eigentlich nur erklärbar, wenn nur ein paar Dutzend Menschen abgestimmt haben. Das Ergebnis beeinhaltet übrigens auch meine Stimme. Was ich abgestimmt habe steht oben. Allerdings wird meine Stimme wohl eher nicht eingeflossen sein, letzte Aktualisierung war am 3.8.14, abgestimmt hab ich vor einigen Minuten.

Da ist wohl der zuständige Praktikant grade im Urlaub.

PS: Die Überschrift ist von www.bildblog.de ge… ausgeliehen!

Stupid criminals

6. August 2014

Es ist schon verdammt lange wieder gut gegangen. Die letzten Zechpreller sind schon über ein Jahr her… Letzte Nacht hat es mich dann wieder erwischt.

Zwei britische Soldaten, höchstens leicht angetrunken. Dafür sehr freundlich und kommunikativ. Es sollte erst zum örtlichen Burger-Brater an der Detmolder Straße und dann weiter nach Mastbruch (gehört zu Schloß Neuhaus) gehen.

“Near Athlone Barracks, we will show you!”

Alarmglocken vom Feinsten. In der Nähe der Kaserne ist ausser viel Wald nur ein Campingplatz. Auf jeden Fall aber jede Menge Möglichkeiten, um erfolgreich zu flüchten. Ein wenig dämlich allerdings, weil danach natürlich die Wachen an der Kaserne alarmiert wären. Aber wenn man gerne ein paar Stunden im Wald hocken möchte, würde man das sicher erfolgreich durchziehen können.

Aber zuerst einmal sollte es ja noch was zu essen geben. Mein Plan sah vor, mir beim Bezahlvorgang dort unauffällig einen Einblick in die vorhandene Barschaft zu verschaffen. Die wenigsten Flitzer nehmen das Risiko auf sich, wenn sie eigentlich genug Geld in der Tasche haben.

Tja, der Plan scheiterte. Bargeld hatten die beiden wirklich nicht und ihre Kreditkarten wollte BK nicht nehmen. Neues Ziel also der nächste Geldautomat ein paar hundert Meter weiter. Türen auf, dezent Richtung Automat und dann fingen sie an ins anliegende Wohngebiet zu rennen. Zu dem Zeitpunkt hab ich definitiv nicht mehr mit einer Eskalation gerechnet.

Die nächste halbe Stunde verbrachte ich dann mit einem halben Dutzend Telefonaten. Deutsche Polizei, die informierte die britischen Kollegen, die widerum riefen dann mehrfach bei mir an und kurz nachdem ich der inzwischen eingetroffenen Streifenwagenbesatzung die ganze Geschichte detailiert diktierte kam die erlösende Nachricht von den Briten.

Man hätte zwei Jungs ohne Geld aber passend zur Beschreibung auf der Hauptstraße Richtung Kaserne eingesammelt. Ich solle doch mal vorbeikommen zur Identifizierung.

Mein “Nice to see you. Again!” quitierten sie mit ein paar gemurmelten Flüchen.

Und wie eigentlich immer in den letzten Jahren gerate ich an die völlig aus dem Klischee fallenden “Kuschelbullen” bei den MPs. Ich hab immer das Gefühl, als wenn sie ihre Kumpels am liebsten tröstend in den Arm nehmen würden. Ob ich denn auf einen Strafantrag verzichten würde, wenn sie jetzt die Fahrt bezahlen würden.

Nein, das war eiskalt geplant und kriminell. Und ich will nicht, daß sie auf die Idee kommen, daß das ein harmloser Streich wäre. Das war eine Straftat und ich hätte die gerne bestraft. Auch wenn ich auch diesmal wie immer keine Rückmeldung mehr bekommen werde: wenigstens das Gefühl will ich haben, daß es da Gerechtigkeit gibt.

Auf jeden Fall ein weiterer Hinweis darauf, daß ich mich beruflich verändern muß. Genau genommen laufen schon seit Wochen erste Bewerbungen. Und auch Paderborn werde ich in Kürze den Rücken kehren… Ziel ist das schöne Münsterland zur noch schöneren Besten. Mit der ersten Zusage packe ich hier meine Sachen zusammen und bin weg.

Falls jemand zufällig im Bereich Münster/Coesfeld offene Stellen kennt, freue ich mich über jeden Hinweis. Grundvoraussetzung ist Tagschicht, ansonsten bin ich sehr flexibel. Gerne in Richtung Büro, Industriekaufmann hab ich ja vor ein paar Jahren gelernt. Vielleicht findet sich ja sogar ein Unternehmen, daß mit meinen Blogger- und Social Media-Fähigkeiten was anfangen kann.